Sonnenuntergang in Finnland

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Dienstag, 15. September 2015

Schüchtern vs. Introvertiert



In diesem Eintrag möchte ich auf ein Thema eingehen, dass während der Grabung wieder aufgekommen ist. 

Eines Tages meinten zwei aus der Gruppe, dass sie früher total schüchtern gewesen sind. Von einem anderen kam dann sofort der Ausruf: „Wenn ihr schüchtern wart, dann sind einige hier ja taubstumm.“


Das Problem an dieser Aussage – und ich ärger mich, dass ich nichts erwidert habe – ist, dass nicht jeder, der nichts sagt schüchtern ist. 

Leider setzen viele Leute Introvertiertheit mit Schüchternheit gleich.

Doch was heißt es eigentlich introvertiert oder schüchtern zu sein?
Wenn man schüchtern ist, dass wird man durch Angst gehemmt. Man macht sich ständig darüber Gedanken, wie man auf andere wirkt, ob man ihnen nicht doch zur Last fällt, wenn man einfach nur neben ihnen sitzt. Kurzum: Man hat Angst etwas falsch zu machen.

Introvertiert hingegen bedeutet, dass man auf sein Inneres bezogen ist. Viele Menschen strengen einen an und man braucht häufig eine Pause davon, in der man einfach nur allein ist. Introvertierte Menschen ziehen Energie aus diesen Pausen und verbrauchen sie, wenn sie unter Menschen sind. Für gewöhnlich sagen Introvertierte auch nur dann etwas, wenn sie wirklich etwas zu sagen haben. Das heißt nicht, dass sie Menschen und Gespräche generell meiden. Es gibt durchaus auch Introvertierte die es mögen unter Menschen zu sein.
Zudem ist Introvertiertheit eine angeborene Veranlagung, die man nicht, anders als Schüchternheit, irgendwann ablegen kann. 

Auf extrovertierte Menschen, also jene, die gerne aus sich heraus gehen, Partys lieben und möglichst immer unter Menschen sein wollen, mag es häufig so vorkommen, als würden sich Introvertierte vor allem verschließen. Auch das ist nicht ganz richtig. Viele Introvertierte hören viel lieber zu, als dass sie selber im Mittelpunkt stehen und ihre Energie für Partys oder große Menschenansammlungen ist einfach schneller aufgebraucht, als die extrovertierter Menschen. Das hat nichts mit verschließen zu tun.

Ich hoffe, es ist einigermaßen klar geworden, was ich ausdrücken wollte.
Was mich angeht, so bin ich eindeutig introvertiert. Ich verbringe gerne Zeit alleine, ob in meinem Zimmer oder in der Natur ist dabei egal. In großen Menschenmaßen fühle ich mich sehr unwohl und auf Partys ebenso. Viel lieber treffe ich mich mit einigen guten Freunden, lese ein Buch oder schreibe.

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